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Dämmen macht Sinn

WDVS

Neutrale Experten liefern Argumente Pro WDVS

Die Wärmedämmung muss sich mit vielen Halbwahrheiten und Vorurteilen auseinandersetzen. Jetzt haben neutrale Experten sich dem Thema Wärmedämmung angenommen – und deren Sinn bestätigt.

Das Positionspapier „Über den Sinn von Wärmedämmung – Argumente zur Überwindung von Missverständnissen“ entstand als Zusammenarbeit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) mit dem Institut für Bauphysik (IBP), dem Energieinstitut Vorarlberg, dem Karlsruher Institut für Technologie und ebök Planung und Entwicklung.

Das Papier nimmt Stellung zu den häufigsten Einwänden, Vorurteilen und Missverständnissen rund um den baulichen Wärmeschutz und den Einsatz von Dämmstoffen. Darin werden populäre Einwände gegen die Wärmedämmung untersucht und relativiert bzw. widerlegt – für Sie eine ideale Grundlage, um fundiert pro sinnvolle Wärmedämmung argumentieren zu können.

Ab sofort werden wir als Themenreihe 2015 einzelne im Papier behandelte Einwände gegen Dämmmaßnahmen im StoReport vorstellen. Auf unserer Homepage erhalten Sie alle Gegenargumente. Den Anfang bilden folgende Punkte:

Behauptung 1:

„Häuser müssen atmen können!“

Tatsächlich ist ein Mindestluftwechsel erforderlich, um die Bewohner mit ausreichend Frischluft zu versorgen und die von ihnen verursachte Feuchte und Schadstoffemissionen abzuführen.

Der erforderliche Luftaustausch ist dabei umso höher je schlechter der Wärmeschutz des Gebäudes ist, da die Raumluft vor schlecht gedämmten Wänden stärker auskühlt und daher weniger Feuchte aufnehmen kann.

Allerdings muss die durch Lüften abzuführende Wasserdampfmenge zur Vermeidung von Feuchte- und Schimmelschäden um bis zu 100-mal größer sein als die per Diffusion über die Außenbauteile abtransportierte. Das Bild der „atmenden Wand“ im Sinne eines Luftaustausches zwischen Innen- und Außenraum entbehrt also jeder funktionalen Grundlage.

Behauptung 2:

„Wärmedämmung führt zu Schimmel!“

Schimmel kann immer dann auftreten, wenn sich warme Raumluft an Bauteiloberflächen abkühlt und dadurch die relative Feuchte der Luft stark zunimmt. Ein zusätzlicher Wärmeschutz führt immer zu einer Anhebung der raumseitigen Oberflächentemperatur von Außenbauteilen und senkt somit grundsätzlich das Schimmelrisiko. Trotzdem kann es auch bei gutem Wärmeschutz an ungünstigen Stellen von Außenbauteilen (Wärmebrücken) zu Schimmelproblemen kommen. Dies lässt sich jedoch durch ausreichende Beheizung und Lüftung verhindern.

Behauptung 3

„Wärmedämmung wird zur Brandfalle!“

Viele der häufig eingesetzten Dämmstoffe werden – wie andere Baustoffe auch – bauaufsichtlich als „schwer entflammbar“ (Baustoffklasse B 1) eingestuft. Brandschäden in Verbindung mit Wärmedämmverbundsystemen traten meist in der Bauphase auf, in der die Systeme noch nicht ihre finale Funktionstüchtigkeit erreicht hatten.